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Roastbeef grillen: Kerntemperatur, Garzeit und Grüne Soße

Roastbeef ist ein großes, mageres Stück, das du am besten indirekt grillst und nach dem Thermometer gar nimmst, nicht nach der Uhr. Hier steht, wie ich es auf dem Weber Genesis II mache, bei welcher Kerntemperatur es rosa wird und warum bei mir hessisch Grüne Soße danebensteht.

Kurz gesagt

Roastbeef gart indirekt bei 130 bis 150 °C, je nach Gewicht rund 1,5 bis 2,5 Stunden. Gezogen wird es kurz vor der Wunschtemperatur: rare 44 bis 47 °C, medium rare 48 bis 54 °C, medium 55 bis 59 °C. Beim Ruhen steigt der Kern noch um etwa 3 °C. Nach 15 Minuten Ruhe schneidest du es dünn gegen die Faser auf. Rechne mit etwa 250 g pro Person.

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Das Stück: was Roastbeef ist

Roastbeef ist ein Stück aus dem Rinderrücken, aus demselben Bereich werden Entrecôte, Rumpsteak, T-Bone und Porterhouse geschnitten. In Österreich heißt es Beiried. Beim Metzger bekommst du es ohne Knochen, oft mit einem Fettdeckel obendrauf. Für den Grill sind 1,8 bis 2,8 kg ein üblicher Bereich.

Der Fettdeckel bleibt dran. Er schützt das magere Fleisch beim Garen und gibt Geschmack. Schneid ihn rautenförmig ein, aber nicht ins Fleisch, sonst läuft Saft aus. Sehnen und Silberhaut darfst du vorher abschneiden.

Roastbeef ist ein Braten und kein Steak. Du gibst ihm Zeit und niedrige Hitze, dafür bekommst du eine gleichmäßig rosa Mitte vom Rand bis zur Mitte. Wer lieber einzelne Scheiben mit Kruste mag, schaut ins Entrecôte, mehr Steaks sammle ich im Steak-Hub.

Gegrilltes Roastbeef, dünn aufgeschnitten mit rosa Kern, daneben Grüne Soße, Eier und Kartoffeln
Gegrilltes Roastbeef, dünn aufgeschnitten mit rosa Kern, daneben Grüne Soße, Eier und Kartoffeln · KI-Symbolbild

Vorbereiten und würzen

Das Fleisch wird trocken getupft und gewürzt, damit sich eine Kruste bildet. Es geht schlicht mit Senf, Salz und Pfeffer, es geht auch mit einer Gewürzpaste aus Pfeffer, Piment, Ingwer und Knoblauch.

Mein Grundrezept für ein Stück von 2 kg:

  • 2 kg Roastbeef mit Fettdeckel
  • Senf zum Einreiben
  • Salz
  • Pfeffer

Rauch ist optional. Wer ihn mag, gibt Räucherchips in die Räucherbox, dann schmeckt das Roastbeef etwas rauchiger.

Indirekt grillen: Garraum und Zeit

Auf dem Gasgrill heizt du nur einen Teil der Brenner an. Das Roastbeef liegt auf der Seite ohne Flamme, Deckel zu. Das Fleisch gart so langsam und gleichmäßig, ohne dass der Fettdeckel verbrennt. Ein Thermometer im Fleisch und eins im Garraum nehmen dir das Raten ab.

Die Hitze ist die Stellschraube, hier gehen die Angaben auseinander. Bei 130 °C brauchen 1,8 bis 2,8 kg etwa 2 bis 2,5 Stunden. Bei 140 bis 160 °C sind es für 2,5 kg etwa 1,5 bis 2 Stunden, mit Rauch aus der Räucherbox. Auf dem Drehspieß bei 140 °C sind es rund 1,5 Stunden. Niedrigere Hitze braucht länger, dafür wird die Mitte gleichmäßiger.

Wer außen mehr Kruste will, kann das Stück zum Schluss kurz direkt anbraten. Wie das geht, steht im Artikel zum Reverse Sear.

Roastbeef auf dem Gasgrill: Hitze, Zeit und Kerntemperatur im Überblick

VarianteGewichtGarraumZeitKerntemperatur
Niedrig, gleichmäßig1,8 bis 2,8 kg130 °C indirekt2 bis 2,5 hnach Thermometer
Mit Rauch2,5 kg140 bis 160 °C indirekt1,5 bis 2 hbis 57 °C
Drehspießfür 4 Portionen140 °C indirektetwa 1,5 hraus bei 52 bis 53 °C, nach dem Ruhen 55 bis 56 °C
Mein Ablauf (Tagebuch)2,0 bis 3,5 kg150 °C105 min bei 3,5 kg, etwa 3 h bei 2,0 kgum 55 °C

Richtwerte aus meiner Recherche und meinem Grilltagebuch. Zeiten hängen von Gewicht, Form, Hitze und Außentemperatur ab.

Kerntemperatur: Garstufe, Herausnehmen und Nachziehen

Diese Werte gelten für Rind. Wo die Angaben abweichen, steht eine Spanne.

  • Rare: 44 bis 47 °C
  • Medium rare: 48 bis 54 °C, je nach Angabe bis 55 °C
  • Medium: 55 bis 59 °C, je nach Angabe bis 60 °C
  • Well done: ab 60 °C

Miss an der dicksten Stelle, ohne Knochen und Fett zu treffen. Das Fleisch gart nach dem Herausnehmen nach. Bei großen, mageren Stücken kann der Kern noch um 3 bis 4 °C steigen. Zieh das Roastbeef deshalb 3 bis 4 °C vor deiner Wunschtemperatur vom Grill. Ein Beispiel für rosa: bei 52 bis 53 °C raus, nach dem Ruhen sind es 55 bis 56 °C.

Rosa oder medium bei Rind ist eine Entscheidung für den Geschmack. Für die Lebensmittelsicherheit empfiehlt das BfR, rohe tierische Lebensmittel mindestens 2 Minuten auf 70 °C zu erhitzen. Wer rosa isst, weicht bewusst davon ab. Alle Garstufen für andere Stücke findest du in der Kerntemperatur Tabelle, dort rechnet dir der Kerntemperatur-Rechner auch die Zeit bis zum Herausnehmen aus.

Ruhen und dünn aufschneiden

Nach dem Grillen darf das Roastbeef ruhen. Wickle es locker in Alufolie und gib ihm etwa 15 Minuten, bei kleineren Stücken reichen auch 10. So verteilt sich der Saft, und beim Anschneiden läuft weniger aus.

Aufgeschnitten wird gegen die Faser, also quer zur Richtung der Fleischfasern, mit einem langen, scharfen Messer. Schau dir vorher an, wie die Fasern laufen, und setz das Messer quer dazu an. Die Scheiben werden dünn. Dünn heißt: deutlich dünner als ein Steak.

Frankfurter Grüne Soße als Beilage

Als Odenwälder bin ich Hesse, und zu Roastbeef gehört bei mir Grüne Soße. Sie ist kalt, kräutrig und frisch, das passt zu rosa Fleisch. Klassisch gibt es dazu Pellkartoffeln und hart gekochte Eier.

Die Frankfurter Grüne Soße besteht aus sieben Kräutern: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Keine Sorte darf mehr als 30 Prozent der Mischung ausmachen. Seit März 2016 ist der Name EU-weit als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) geschützt, die Kräuter müssen in Frankfurt oder in der Nähe der Stadtgrenze wachsen.

Die Soße wird mit gekochtem Eigelb, Senf, Essig, Öl und Salz und Pfeffer gerührt, oft mit Schmand oder saurer Sahne. Die Kräuter hackst du sehr fein. Fertig gerührt hält sie sich gut verschlossen im Kühlschrank 1 bis 2 Tage. Die Saison beginnt traditionell an Gründonnerstag, passend zum Osterbraten.

Wie viel Roastbeef pro Person

Rechne 250 g roh ohne Knochen pro Person als Hauptgericht. Ein Stück von 2,5 kg reicht damit für 10 Portionen. Für kalten Aufschnitt am nächsten Tag nimmst du etwas mehr. Probier die Mengen mit dem Grillrechner durch, er rechnet dir Einkaufsliste und Zeitplan gleich mit.

Reste und kalt aufschneiden

Roastbeef schmeckt auch kalt. Lass das Stück komplett auskühlen und schneide es erst dann dünn auf, denn kaltes Fleisch lässt sich viel feiner schneiden als warmes. Dazu passen Remoulade, Meerrettich oder wieder die Grüne Soße. Reste kommen zügig in den Kühlschrank und werden in den nächsten Tagen gegessen.

Häufige Fragen

Wie lange muss Roastbeef auf den Gasgrill?
Bei 130 °C indirekt etwa 2 bis 2,5 Stunden für 1,8 bis 2,8 kg, bei 140 bis 160 °C eher 1,5 bis 2 Stunden. Entscheidend ist die Kerntemperatur, nicht die Uhr.
Welche Kerntemperatur hat Roastbeef?
Rare 44 bis 47 °C, medium rare 48 bis 54 °C, medium 55 bis 59 °C. Zieh es 3 bis 4 °C vor der Wunschtemperatur vom Grill, denn beim Ruhen steigt der Kern noch.
Wie lange muss Roastbeef nach dem Grillen ruhen?
Etwa 15 Minuten, locker in Alufolie gewickelt. Kleinere Stücke brauchen eher 10 Minuten.
Wie schneide ich Roastbeef richtig auf?
Gegen die Faser, quer zur Faserrichtung, mit einem langen, scharfen Messer und in dünnen Scheiben.
Was gehört in die Frankfurter Grüne Soße?
Sieben Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Dazu Eigelb, Senf, Essig, Öl und oft Schmand oder saure Sahne.
Wie viel Roastbeef rechne ich pro Person?
250 g roh ohne Knochen als Hauptgericht. Ein Stück von 2,5 kg reicht für 10 Portionen.

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Quellen

Was hier steht, beruht auf meinem Grilltagebuch und meiner Recherche. Diese Quellen habe ich dafür gelesen:

Stand 7. Oktober 2026.

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